Der dänische Designer und Architekt Verner Panton gehört zu den innovativsten Gestaltern
des 20. Jahrhunderts, der mit seinen skulpturalen, teilweise futuristischen und verspielten
sowie farbkräftigen Entwürfen großen Einfluss hatte. Verner Panton studiert 1944-1947 an der
Tekniske Skole (Technische Hochschule) in Odense, anschließend bis 1951 Architektur an der
Kongelige Danske Kunstakademie (Königliche Dänische Kunstakademie) in Kopenhagen. 1950-1952
arbeitet Verner Panton im Büro von
Arne Jacobsen.
1955 eröffnet Verner Panton ein eigenes Büro
in Kopenhagen. In den Folgejahren erregt er vor allem Aufsehen mit seinen innovativen
architektonischen Konzepten, wie dem zusammenlegbaren Haus (1955), dem "Cardboard House"
(1957) und dem "Plastic House" (1960). Zudem ist Verner Panton ab den 1950er Jahren als
Innenarchitekt, Ausstellungsgestalter und Designer tätig. Verner Panton bricht mit allen
Konventionen und entwirft Raumlandschaften, die in kräftigen Farbtönen gehalten sind, etwa
durchgängig in Rottönen, wie bei dem 1958 gestalteten Interieur des Gasthaus "Komigen Kro"
in Langesø auf der Insel Funen. Für dieses entwirft er auch den Stuhl "Cone". 1960 entstehen
daraus der Stuhl "Heart", ebenfalls mit kegelförmigem Fuß, sowie weitere Variationen, die von
der Firma Plus-Linje hergestellt werden.
Die ungewöhnliche Umsetzung für die Ausstattung wird
typisch auch für die weiteren Innenraumgestaltungen von Verner Panton, die Muster der Teppiche
und Tapeten für die Interieurs sind von der Op Art inspiriert und fast immer in kräftigen Farben
gehalten. Bereits 1955 entsteht Verner Pantons Entwurf für den freischwingenden, aus einem Stück
Schichtholz geformten Stuhl "S". Mit dem
Stuhl "Panton" (1959/60) gelingt es Verner Panton,
dessen Form in Kunststoff zu übertragen. 1962 erwirbt
Hermann Miller die Produktionsrechte für
den
"Panton Chair", er wird schließlich von Vitra für
Hermann Miller produziert und ist der erste
spritzgussgeformte Kunststoffstuhl aus einem Stück.
Zu Verner Pantons zahlreichen weiteren, äußerst
erfolgreichen Designentwürfen gehören auch die Leuchten, die er für die Firmen
Louis Poulsen
und J. Lüber entwirft. 1960 entwirft er die Leuchte "Moon" (in den USA bekannt als "Visor"),
deren Lampenschirm aus beweglichen, ineinander geschachtelten Lamellen besteht, durch die die
Lichtintensität gesteuert werden kann. 1964 entsteht die Leuchtenserie "Fun" mit runden
Muschelplättchen. 1968 entwirft Verner Panton die Leuchte "Flower Pot". 1969 entsteht die
"Ring-Leuchte", sie besteht aus einem farbig bedruckten Acryl-Diffusor, der auf eine
rechteckige Stahlplatte montiert ist.
Verner Panton setzt diese Leuchte bei seinen Raumgestaltungen
als modulare Bausteine für Wand- und Deckenverkleidungen ein, wie auch in seinem eigenen Haus in
Basel-Binningen. Ebenfalls 1969 entsteht die "Kugel-Lampe" ("Ball Lamp") sowie die absolut
futuristisch wirkende Hängeleuchte "VP Globe", bei der die eigentliche Leuchte zusätzlich von
einer Acrylkugel umhüllt ist. 1969/70 entwirft Verner Panton für
Hermann Miller das aus
Polsterelementen bestehende Sitzmöbel "Living Tower". Von 1969 bis 1985 gestaltet Verner Panton
zudem geometrisch gemusterte Textilien für Mira-X, für die er Op Art Muster sowie den typischen
"Regenbogen" aus kräftigen Farben verwendet.